Veranstaltungen des Landesverbandes

Aus der Arbeit des Landesverbandes Brandenburg

Aus der Arbeit des Landesverbandes Brandenburg

(Zuarbeit für die Ausgabe geschichte für heute H. 3 / 2011)


Vorstandsarbeit

Die erste Vorstandssitzung in diesem Jahr am 5. März im Deutschen Historischen Museum Berlin widmete sich der aktuellen Situation des Geschichtsunterrichts in Brandenburg, der Planung von Fortbildungen 2011/2012 und der Zusammenarbeit mit den verschiedenen Kooperationspartnern des Landesverbandes. Ausgehend von den Wünschen der Mitglieder des Landesverbandes und von den aktuellen Erfordernissen der Fachdidaktik wurden über folgende Schwerpunktthemen und Fortbildungsmaßnahmen befunden: 1. Fortbildungen mit dieser Themenstellung „Die DDR im Unterricht – zur Vermittlung von Gesellschaftsstruktur und Lebenswirklichkeit“ sollten möglichst einmal im nördlichen und einmal im südlichen Brandenburg angeboten werden (Eine solche Veranstaltung wurde bereits in Potsdam am 02.11.2010 im Beisein Frau U. Poppes mit Erfolg durchgeführt.). 2. Mit den Angeboten und Workshops des Brandenburgischen Landeshauptarchiv in Potsdam zu den Themen „Aktenkundig Jude“ und „Zugänge zu Archivalien des 18 Jh.“ im Rahmen des Jubiläums zum 300. Geburtstages Friedrichs II. will der VGD vorrangig Lehrkräfte der Grundschulen und der Sekundarstufe I ansprechen. 3. Der Landesverband wird auch in diesem Zeitraum Veranstaltungen mit den Gedenk- und Begegnungsstätten Leistikowstraße und Lindenstraße 54/55 in Potsdam verabreden. 4. Um die Fachlehrkräfte mehr an Regionalgeschichte heranzuführen, wird eine Fortbildung im „Museum 30-jähriger Krieg Wittstock“ angeboten.

Die nächste Vorstandssitzung im September d. J. wird sich vorrangig der Vorbereitung und der Durchführung der Wahl eines neuen Landesvorstandes widmen.


Werkstattgespräch“ zum RLP im LISUM als Alibiveranstaltung

Zu begrüßen ist, dass sich die Verantwortlichen des MBJS und des LISUM einmal wieder daran erinnert haben, auf eine breite Mitwirkung verschiedener Fachleute aus der Praxis, des Studienseminars, von Verlagen und von Verbänden bei der Diskussion am 10. Januar d. J. zu curricularen Konzepten und den anstehenden Veränderungen infolge der Schulzeitverkürzung zu setzen. Weniger positiv dagegen ist zu sehen, welchen geringen Wert die besagten Verantwortlichen auf eine umfassende fachliche Einschätzung des gegenwärtigen gültigen Rahmenlehreplanes der Sek. II (RLP) und dessen angemessenen Evaluierung legten.

Da es laut Einladung bei dieser Veranstaltung nur zu einer Aussprache um eine „Anpassung“ des RLP an die Berliner Vorlage gehen sollte, dabei die Bewahrung der „Kontinuität“ zum aktuellen RLP aus dem Jahre 2006 zu beachten sei, wurde Zeit für eine Diskussion zu grundsätzlichen Fragen des didaktischen Konzepts, zur Unterrichtspraxis und zur Realisierbarkeit dieser Vorgaben im Unterricht nur bedingt oder gar nicht eingeräumt. Nicht nur zeitlich eingeengt (Nach ca. einer einstündigen Begrüßungsveranstaltung standen nur knapp drei Stunden für eine vorgegebenen „Leitfragen“-Debatte zur Verfügung.) fühlten sich die Teilnehmer im Arbeitskreis des Faches Geschichte, sondern auch durch das stringente und pragmatische Abarbeiten der drei vorgegebenen Leitfragen spürten die etwa 12 angereisten Kolleginnen und Kollegen aus ganz Brandenburg während der Debatte zunehmend mehr, dass sich ihre Rolle auf die Arbeit als „Redaktionskommission“ zu begrenzen hatte, was etwa einer Alibiveranstaltung gleichkam. Zu recht wurde immer wieder die Frage gestellt, welche Funktion eine solche Veranstaltung habe, wenn viele Fragen, die sich aus der gegenwärtigen Situation im gesellschaftlichen Aufgabenfeld schon jetzt abzeichnen, nicht gestellt und geklärt werden durften.

2011 muss durchaus die Frage gestellt werden: Wieso wird der Abschnitt 2 des RLP von 2006 („Der Beitrag des Faches Geschichte zum Kompetenzerwerb“) als „heilige Kuh“ erklärt und unverändert und ohne Diskussionsmöglichkeiten hierzu laut Einführungsvortrag zu dieser Veranstaltung in den „angepassten“ RLP übernommen, obwohl die vorgegebene Leitfrage 3 lautet: Inwiefern berücksichtigen die RLP-Entwürfe aktuelle fachdidaktische Entwicklungen? Gibt es Aspekte in den Überarbeitungen, die anders gelöst werden sollten? Die RLP-Verantwortlichen sind verpflichtet den Fachkollegen ein handhabbares Arbeitsinstrument zur Verfügung zu stellen, das u. a solche Mindeststandards wie Verständlichkeit, Fokussierung auf die wesentlichen Aspekte sowie Übersichtlichkeit gewährleisten muss. Wieso wurde die Chance vertan, den Abschnitt 2 von der überbordenden Redundanz von Begriffserklärungen und -wiederholungen zum hier favorisierten Kompetenzmodell zu befreien? Welche Orientierung für den Fachlehrer liefert beispielsweise diese Tatsache, wenn man den Begriff Deutungskompetenz mehr als sieben Mal nicht nur genannt, sondern wiederholt erklärt bekommt? Eine genau so überfrachtete und sich wiederholende Beschreibung anderer Kompetenzbegriffe findet die Lehrkraft auch im „angepassten“ RLP Geschichte Sek. I von 2010 vor.

Auch wenn dennoch einige wichtige rahmenplanbezogene Aspekte angesprochen werden konnten (Pflichtbereiche und Wahlpflichtmöglichkeiten, Anschlussfähigkeit zu Sek I., Themenzuordnung und -abgrenzung zum grundlegenden bzw. erhöhten Anforderungsniveau), so ist ein solcher Umgang mit den Fachleuten aus allen Teilen des Landes Brandenburg, die sich eine konstruktive Mitwirkung am RLP versprochen haben, nicht hinnehmbar.

Nicht dem „operativen Organ“ des LISUM, das die Revision des RLP zu managen hatte, gilt die Kritik, sondern den Verantwortlichen der genannten Institutionen, denen es an einem ersten Willen fehlt, rechtzeitig die große Bereitschaft vieler engagierter Fachlehrkräfte mit ihrem Erfahrungswissen für eine konstruktive Diskussion und für die Erarbeitung eines modernen und handhabbaren Curriculum zu nutzen.

Der hier besprochene und „angepasste“ RLP soll am 1. August 2011 in Kraft gesetzt werden; er wird somit mit seiner Gültigkeit für die nächsten Jahre gleichzeitig eine Festschreibung von Problemen und Mängeln sein, die es den Praktikern weiterhin schwer machen werden,

dem Fach Geschichte den erforderlichen Stellenwert im gesellschaftwissenschaftlichen Aufgabenfeld auch in Brandenburg zu verschaffen.


Hinweis zu: „Besuche von außerschulischen Lernorten“

Das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte (HBPG) in Potsdam verfügt seit Anfang Februar 2011 über einen neu gestalteten Ausstellungsbereich zum Thema „Alltag und Diktatur in der DDR“. Die sechs Themenschwerpunkte mit regionalgeschichtlichem Bezug gehen exemplarisch auf die Lebenswelten und Erfahrungen junger Menschen in der DDR ein.

Neu ab 2011 ist auch, dass der Eintritt für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahre frei ist und die Ausstellungen freitags bis 19.00 Uhr geöffnet sind. Im Rahmen des Angebotes „Kulturticket – Viel Kultur zum kleinen Preis“ wird Inhabern des Mobilitätstickets der Landeshauptstadt Potsdam kostenfreier Eintritt in die Ausstellungen gewährt. Informationen zu thematischen Führungsangeboten für Schulklassen erhält man über Telefon: 0331 /62085-55 oder über die E-Mail-Adresse: fuehrungsbuero@hbpg.de.


Dr. Günter Kolende Potsdam

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Aus der Arbeit des Landesverbandes Brandenburg

(Zuarbeit für die Ausgabe geschichte für heute H. 4 / 2011)


Vorstandsarbeit

Erneut hat der Landesverband mit dem auf Zeitgeschichte orientierten Fortbildungsschwerpunkt „Nachkriegsordnung und Repressionspolitik als Themen außerschulischen Lernens“ die Intentionen der Fachlehrkräfte Brandenburgs getroffen (vgl. auch den Bericht zur Fortbildung im November 2010: gfh, H. 3/2011). Da die Teilnehmerzahl auf 35 Lehrkräfte begrenzt bleiben musste, wurde eine Wiederholung dieser Veranstaltung für den September d. J. vorgesehen. Im nächsten Landesbericht wird darüber genauer berichtet und es werden eine Anzahl von Hinweisen für die Nutzung der beiden Potsdamer Gedenkorte Schloss Cecilienhof und die Gedenk- und Begegnungsstätte Leistikowstraße (in der ehemaligen sowjetischen Geheimdienststadt am Neuen Garten) als außerschulische Lernorte gegeben.


Enquete-Kommission des Landtages Brandenburg ignoriert tatsächliche Ursachen einer Fehlentwicklung


Die beiden Verbandsvorsitzenden des VGD und der DVPB in Brandenburg erhielten am 20. Mai 2011 die Gelegenheit an einer Anhörung vor der Enquete-Kommission zum Thema „Untersuchung der Inhalte des Schulunterrichts zur DDR-Geschichte und zur Geschichte der Deutschen Einheit bzw. zur Unterrichtspraxis“ teilzunehmen und jeweils eine eigene Situationsbeschreibung in einer vorgegebenen knappen Zeit vorzutragen.

Wir, die wir uns seit vielen Jahren um eine grundlegende qualitative und quantitative Stärkung der „Aufarbeitung der Geschichte und Bewältigung von Folgen der SED-Diktatur“ in den Fächern Geschichte und Politische Bildung an den Schulen Brandenburgs bemühen und die Gründe für die Fehlentwicklungen bestätigt und erklärt haben wollten, mussten schnell erkennen, dass die gutachterliche Vorlage von Professor Juchler und die dazu geführte Debatte nur begrenzt geeignet waren, ernsthaft und tiefgründig auf die von beiden Verbänden immer wieder angemahnten Probleme infolge unzureichender Rahmenbedingungen für den Unterricht beider Fächer einzugehen.

Viele Fragen blieben offen und die Sitzung selbst bot genug Anlass, eine öffentliche Nachbetrachtung über die m. E. dort verschenkten Chancen zu einer ausführlichen Diskussion über „hausgemachte“ Unzulänglichkeiten der Politik mit gravierenden Folgen für die historische Bildung der Kinder und Jugendlichen in den vergangenen zwei Jahrzehnten vorzunehmen.

Für eine tiefgründige Aufklärung des vorhandenen defizitären DDR-Geschichtsbildes vieler Schulabgänger hätte eine zum Teil andere bzw. erweiterte Expertenrunde angehört werden müssen.

Unverständlich ist es mir, dass die hierzu aussagefähigen Fachleute aus dem LISUM nur in der Zuhörerreihe saßen; Fachberater waren überhaupt nicht eingeladen; mit der Lehrkraft aus Fürstenwalde, der Gedenkstättenlehrerin und den beiden Vertretern der Verbände VGD und DVPB konnte die tatsächliche bis heute vorhandenen Situation mit den fatalen Folgen für des Geschichtsbewusstsein und die immer noch zum Teil vorhandenen sowie vor sich her geschobenen Probleme nur sehr begrenzt dargestellt werden. Wo waren die Fachschulräte, die Referenten oder Verantwortlichen des MBJS, die, wenn sie schon nicht mit am Tisch sitzen

müssen, mit ergänzenden Stellungnahmen oder genaueren statistischen Angaben beispielsweise zum Gutachten von Professor Juchler zur Erhellung der Fehlentwicklung in der historisch-politischen Vermittlung an den Schulen beigetragen hätten. Zu diesen und weiteren Gutachterpositionen wie die fehlerhaften Angaben von Besuchszahlen der Schulklassen in den Gedenkstätten (die erst durch die anwesende Gedenkstättenlehrerin

zurückgewiesen und nach oben hin korrigiert werden mussten), wie das nicht weiter ergründete Fortbildungsverhalten der Lehrkräfte oder wie die nicht erforschten Probleme fehlender schulinterner Curricula u. a. hätten entsprechende Zuarbeiten der Fachreferenten des MBJS vorliegen müssen. Das wäre zielführender gewesen, als die von weit her angereisten Akademiker aus Münster, Hamburg und Berlin zu zeitgeschichtlichen bzw. DDR-geschichtlichen didaktischen Grundsatzfragen referieren zu lassen. Solche nach neuestem Forschungsstand in der Didaktik ausgerichteten Sachverständigenreferate mit ihren Kernaussagen zur Vermittlung von DDR-Geschichte und mit ihren Thesen zum Sinn und Zweck von Schulklassenbesuchen in Gedenkstätten haben eher ihre Berechtigung in der Lehrerausbildung in Studienseminaren bzw. in der Lehrerfortbildung, die staatlicherseits so gut wie gar nicht mehr seit Mitte der 90-er Jahre in Brandenburg angeboten werden. Die „Not“ war besonders groß, als das Gremium nach Erklärungen suchte, warum die Schulklassen laut RLP nur noch zweimal und nicht dreimal Gedenkstätten aus der Zeit der DDR-Diktatur besuchen sollen und wer die Kosten dafür trägt. Spätestens hier wird deutlich, dass die Abgeordneten ihrer ureigensten Rolle als Souverän gegenüber der Exekutive nicht gerecht geworden sind, nämlich die Bildungsadministration im Sinne einer gesetzeskonformen Bildungspolitik in die Pflicht zu nehmen und wegen der Fehlentwicklungen in der Brandenburgischen Schulpolitik zu Rechenschaft zu ziehen.


Der VGD hat in seinem Positionspapier „Der VGD, LV Brandenburg, ein aktiver und kritischer Begleiter der historischen Bildung an den Schulen Brandenburgs“ für diese Sitzung auf das vom MBJS und der Politik ignorierte und seit nunmehr fast zwei Jahrzehnte existierende Dilemma aufmerksam gemacht, was aber keines Blickes gewürdigt wurde. Keiner von den Abgeordneten sollte behaupten, dass er von diesem bildungspolitischen Problem nichts gewusst habe. Der Verband hat seine Kritik fast jährlich öffentlich gemacht, hat darüber publiziert und hat in der Vergangenheit immer wieder das Gespräch mit den Verantwortlichen des MBJS und mit den Abgeordneten gesucht. Bereits 1998 hat der VGD in einem „Offenen Brief an die Mitglieder des Landtages“ auf die Fehlentwicklung infolge einer vom MBJS nur noch einer zugestandenen Wochenstunde Geschichte in Klasse 10 und auf die Unmöglichkeit, unter diesen Bedingungen die deutsche Nachkriegsgeschichte umfassend und nachhaltig zu unterrichten, hingewiesen. Die Verantwortlichen in der Bildungsadministration beharrten auf ihren aus den alten Bundesländern „importierten“ und kopierten Schulsystemstrukturen, wiesen in Form von Beschwichtigungen jede Kritik des VGD zurück oder reagierten nur, wenn die KMK mittels normativer Vorgaben wie die „Stärkung der Demokratieerziehung“ einem Rückgang von deutsch-deutschen Themen in den Schulen aller Bundesländer entgegenzusteuern versuchte.

Zunächst ist zu begrüßen, dass sich die Enquete-Kommission des Landtages der schon längst überfälligen und notwendigen Debatte um die Wissensdefizite über die DDR-Vergangenheit in der Brandenburgischen Bevölkerung und insbesondere bei den Schulabgängern mittlerer Abschlüsse zugewandt hat. Im Verlauf der Anhörung verschiedener Sachverständiger bestätigte sich aber sehr schnell der große Informationsbedarf über diese Problemlage an den Schulen Brandenburgs, der man sich nur vorrangig auf der Grundlage des

Gutachtens von Prof. Juchler nähern wollte. Mit der Diskussion zum von Professor Juchler vorgelegten Gutachten zum Thema „Inhalte des Schulunterrichts in Brandenburg bezüglich der DDR-Geschichte, der friedlichen Revolution sowie des Wiedervereinigungsprozesses“ wurde die möglicher Weise gewollte und „gesteuerte“ einseitig ausgerichtete Debatte evident.

In dem der Enquete-Kommission vorgelegten fast hundert Seiten umfassenden und nun vielzitierten Gutachten wird nur fragmentarisch den strukturellen Rahmenbedingungen für die historisch-politische Bildung, aber vorrangig den konzeptionellen bzw. curricularen Vorgaben nach 2007 für den Schulunterricht bezüglich der DDR-Geschichte Aufmerksamkeit geschenkt. In einer seiner Bewertungen kommt er m. E. zu einer wichtigen, aber wenig von der Kommission beachteten Feststellung (S. 61): „Im vorliegenden Gutachten konnten vor diesem Hintergrund nur schlaglichtartig Einblicke in die Unterrichtspraxis gegeben werden.“

Von der Kommission wurde stillschweigend geduldet, dass es an mehreren Stellen des Gutachten heißt, die Angaben sind „nicht repräsentativ“ oder eine „generalisierende Bewertung ist nicht möglich“. Warum wurde ein solches Gutachten in Auftrag gegeben und hinzugezogen, wenn es nicht weiterhilft, „Licht ins Dunkel“ zu bringen? In dem mir den Sinn nicht erschließenden 30 Seiten langen Anhang des Gutachtens (Anlage 3) sind entscheidende vom LISUM erstellte Hinweise „verbannt“ worden, die auf wesentliche Ursachen der Fehlentwicklung in der historischen Bildung aufmerksam machen. Sowohl die Kommission als auch der Gutachter hätten andere Prioritäten für eine solche Untersuchung setzten müssen. Denn die Ergebnisse, die die Fachberater für Geschichte und Politische Bildung sowie die Gedenkstättenlehrerinnen in einer explorativen Befragung im Jahr 2008 zur Problematik „DDR als Thema im Unterricht“, zum Zeitbudgets (Sek. I), zur Beratung und Unterstützung der Lehrkräfte und zu den Unterrichtsmaterialien zusammengetragen haben, machen in besonderer und erschreckender Weise deutlich, wo den Praktikern seit langem der „Schuh drückt“, aber auch, wo es keinen Diskussions-, dafür aber Handlungsbedarf gibt. Wieso ließen es die Mitglieder der Enquete-Kommission bei der Gutachterfeststellung bewenden, dass „eine besondere Problematik der fachfremde Unterricht in den ländlichen Regionen (dar)stellt “?

Eine größere Aufmerksamkeit und ein „wacheres“ Diskussionsinteresse als nur bei didaktische Grundsatzfragen von Fachleuten der Universitäten zur DDR-Vergangenheitsbewältigung hätten sich die beiden Landesvorsitzenden zu ihren Ausführungen u. a. zu Fragen der unzureichenden Personalsituation an den Schulen zur Absicherung des Fachunterrichts oder zu dem nicht vorhandenen Stundendeputat für die Behandlung nicht nur von DDR-Geschichte im Unterricht gewünscht.

Für die Diskussion über die Rolle des Fachlehrers bei der Vermittlung von DDR-Geschichte wurde die Sachverständigenausführung von nur einer Lehrkraft aus dem gymnasialen Bildungsbereich organisiert. Das Gremium begnügte sich mit nur einer Perspektive zum besagten Thema, was die zeitweilig zuvor breit geführten Debatte über den Sinn von Multiperspektivität im Unterricht doch in gewisser Weise konterkarierte. Ob es die Kollegin wollte oder nicht, mit ihren Ausführungen zu eigenen Beobachtungen über Fachlehrkräfte, die mit einer DDR-Lehrerbiographie noch heute Geschichte oder PB unterrichten und bestimmte Themengebiete zur DDR-Vergangenheit „vermeiden“, um nicht persönlich angegriffen zu werden, gab sie den Abgeordneten und den Medien das entsprechende „Futter“ sich fast nur über die „Verweigerer“ von Themen zur SED-Diktatur sowie zu deren Opfer und Widerstand mit ihrem angeblichen Glaubwürdigkeitsproblem zu beschäftigen.

Als ein Abgeordneter die nicht bewiesene Behauptung in den Raum stellte, dass in Brandenburg in den zurückliegenden 20 Jahren keine neuen Geschichtslehrer eingestellt worden seien, war doch die eigentliche „Sache“ für die Enquete-Kommission klar eingegrenzt und ausgemacht. Diese Debattenrichtung passte genau in eine immer wieder von einigen Politikern aufgegriffene und von den Medien kolportierte „Lehrerschelte“. Eine solche Sichtweise impliziert Stillstand „auf ganzer Linie“, den es wohl in der Realität letztendlich nicht gab und gibt. Ein genaues Bild über das Engagement der Lehrkräfte bekommt jeder, wenn er sich mit den vielfältigen Maßnahmen und Angeboten der Verbände in der Lehrerfortbildung oder sich mit deren alltäglichen Arbeit vor Ort direkt befasst. Der VGD hat sich seit über zehn Jahren in mehreren Pressemitteilungen stets dagegen verwahrt, den Fachlehrkräften das defizitäre Geschichtswissen der Schulabgänger anzulasten.

Eine solche Debatte nach 20 Jahren Schulpolitik in Brandenburg ist auch in einer Enquete-Kommission kontraproduktiv und wird den großen Bemühungen der Fachlehrkräfte um eine hohe Unterrichtsqualität nicht gerecht, denn das bedeutete, dass sich nichts und niemand, bei allen Ausnahmen, die es immer gibt, weiterentwickelt habe.

Es lenkt davon ab, was tatsächlich insgesamt an den Schulen, im Fachunterricht Geschichte und Politische Bildung mit den „gestutzten“ Unterrichtsmöglichkeiten bis heute passiert, worauf das MBJS stets nur mit Stückwerkreformen reagierte.

Nein, diese Sitzung unterließ es (und nicht nur aus Zeitgründen), mithilfe einer tiefgründigen und ernsthaft gewollten Recherche die vielfältigen Hintergründe für den Rückstand bei der “Aufarbeitung der Geschichte und Bewältigung von Folgen der SED-Diktatur“ an den Schulen Brandenburgs herauszuarbeiten.

Schon während der Sitzung entstand der Eindruck, dass diese Enquete-Kommission ohne „erledigte Hausaufgaben“ und ohne die erforderlichen Auflagen gegenüber dem MBJS hinsichtlich verbesserter Möglichkeiten historisch-politischer Bildung an den Schulen die „Karawane“ nun mit neuer ministeriellen Besetzung „weiterziehen“ lassen wird. Dann wird es vermutlich nicht ausbleiben, dass wir in wenigen Jahren eine neue und andere „Enquete-Kommission“ zu dieser Enquete-Kommission benötigen. Der Verband, der künftig nicht gewillt ist, sich für Alibiveranstaltungen einspannen zu lassen, hat vielfältige und zukunftsweise Vorschläge gemacht, denen nur Beachtung geschenkt werden sollte.


Dr. Günter Kolende Potsdam


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(Zuarbeit für die Ausgabe geschichte für heute H. 1 / 2011)

Vorstandsaktivitäten

Turnusmäßig traf sich der Vorstand unseres Landesverbandes schon zum vierten Mal am Rande des Historikertages zu einer Sitzung, die diesmal am 30.09.2010 an der Humboldt-Universität in Berlin stattfand.

Es wurden grundsätzliche Fragen zur Arbeit des Landesverbandes beraten. Im Mittelpunkt standen die Fortbildungsvorhaben für 2011 und die Vertiefung der Zusammenarbeit zwischen dem VGD und den Fachkommissionen an den Schulen Brandenburgs. Die schriftliche Auswertung der Rückläufe zahlreicher Fachkommissionen erfolgt in der nächsten Ausgabe von gfh.

Mitgliederbewegung

Unsere erfolgreiche Arbeit weckt das Interesse vieler Geschichtslehrer. Wir begrüßen erfreulicherweise als neues Mitglied seit Juli 2010 Frau Birgit Neidnicht, Lehrerin am Sängerstadt-Gymnasium Finsterwalde. Im August d. J. erreichte uns die Beitrittserklärung von Herrn Christoph Langner, Lehrer am Hedwig-Bollhagen-Gymnasium in Velten, und seit dem 17.09.2010 ist Herr Andreas Wilfred Hoffmann Mitglied unseres Landesverbandes, Lehrer am Gymnasium und Internat im Stift Neuzelle. Seit dem 18.09.2010 zählen wir auch als Mitglied unseres Landesverbandes Frau Ines Lehmann-Günther aus Lychen, Lehrerin am Gymnasium in Templin. Herzlich willkommen! Der Landesverband freut sich über diese Verstärkung. Die Mitgliederwerbung geht weiter und Ideen sind gefragt.

Der Vorstand erfuhr kürzlich, dass unser langjähriges Mitglied Frau Helga Strutzke im Sommer d. J. verstorben ist. Sie wird für uns unvergessen bleiben, da sie von Anfang an und gerade in der Aufbauphase des Landesverbandes eine der aktiven Mitgestalterinnen in der Verbandsarbeit war.


Hinweis zur RLP-Forderung Sek. I: „Besuche von außerschulischen Lernorten“

Wie schon in gfh 3/2010 unterbreitet der Vorstand an dieser Stelle stets aktuelle und für den Geschichtsunterricht relevante Lernorthinweise im Land Brandenburg.

Reckahner Museen mit großer historischer und pädagogischer Tradition: Neben dem ehemaligen Herrenhaus von 1720, dem einstigen Wohnsitz der Familie von Rochow, gibt es im Reckahn, wenige Kilometer von Brandenburg entfernt, ein Schulmuseum im vom Gutsherrn Friedrich Eberhard von Rochow auf eigene Kosten errichteten gut erhaltenen Dorfschulhaus von 1773, in dem historische Schulstunden geboten werden. Das Rochow-Museum gehört laut Blaubuch der Bundesregierung zu den zwanzig „kulturellen Gedächtnisorten mit besonderer nationaler Bedeutung“ in den neuen Bundesländern, die sich lohnen, mit Schulklassen besucht zu werden. Im Flyer der Museumsleitung sind u. a. folgende schülerbezogene Angebote aufgeführt:

  • Führung für Laien, Schüler, Studenten und Fachpublikum durch beide Museen und den Gutspark

  • historische Unterrichtsstunden (18. und 19. Jahrhundert, Schönschreibstunden (Kurrent und Sütterlin), Klassentreffen, Hilfe bei Schuljubiläen

  • Papierschöpfen, Herstellen von Schreibfedern, Töpferarbeiten

  • unterrichtsbegleitende Projekttage (alle Klassenstufen)

  • Weiterbildung für Lehrer und Dozenten.

Weitere Angaben zu den Eintrittspreisen und den Öffnungszeiten sind unter www.rochow-museum.de, schulmuseum@t-online.de bzw. Tel.: 033835/60 88 70 zu erfahren.

Dr. Günter Kolende Potsdam


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Verband der Geschichtslehrer e. V., Landesverband Brandenburg

Der Vorsitzende: Dr. Günter Kolende, Tel.: 0331 / 600 81 98; E-Mail: Genomako@aol.com


Rundschreiben 01 / 2011

Aufruf zur Mitarbeit



Liebe Mitglieder des Landesverbandes,

im Dezember 2010 erreichte mich eine Einladung von der Vorsitzenden der Enquete-Kommission, Frau Linda Teuteberg, und von Herrn Professor Dr. Jochen Franzke (Uni Potsdam) zur Mitarbeit bei der Anhörung im Frühjahr 2011 zum Thema:

Untersuchung der Inhalte des Schulunterrichts zur DDR-Geschichte und zur Geschichte der Deutschen Einheit bzw. zur Unterrichtspraxis“.

Da ich in dieser für den Verband der Geschichtslehrer öffentlichkeitswirksamen Anhörung eine Chance sehe, auf die seit langer Zeit nicht zufriedenstellende Situation des Geschichtsunterrichts und auf unsere jahrelangen Bemühungen für eine Verbesserung der historischen Bildung an unseren Schulen aufmerksam zu machen, habe ich eine Teilnahme an dieser Veranstaltung zugesagt.

Natürlich brauche ich die Unterstützung aller Verbandsmitglieder, um dort mit den erforderlichen Argumenten und Nachweisen über den Geschichtsunterricht in Brandenburg der letzten zwanzig Jahren auftreten zu können.

Zu den in der Einladung genannten Fragen zur Vorbereitung der Anhörung in der Enquete-Kommission des Landtages Brandenburg gehören:

  • Wie verbindlich waren die Lehrpläne der Fächer Geschichte und Politische Bildung hinsichtlich des Umgangs mit der DDR-Geschichte, der friedlichen Revolution und dem Prozess der Wiedervereinigung Deutschlands?

  • Spielten diese Aspekte in den Prüfungen als Pflichtthemen eine Rolle?

  • In welchem Maße haben die Brandenburger Schüler im Rahmen des Schulunterrichts Gedenkstätten besucht?

  • Spielte bei der Genehmigung der Schulbücher durch das MBJS die Darstellung zur DDR-Geschichte eine Rolle?

Wir werden als VGD dazu Stellung nehmen, wir sollten es aber nicht versäumen, auf die Gesamtsituation aufmerksam zu machen, die zu dem Dilemma des Faches Geschichte im gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld geführt hat.

Um ein Positionspapier des VGD zu erstellen, benötige ich bis zum 1. März d. J. eine breite Unterstützung und eine Vielzahl von Zuarbeiten (aus Gründen der schnelleren Kommunikation bitte an Genomako@aol.com). Der Vorstand trifft sich Anfang März 2011 und berät die Vorlage für die Anhörung im Landtag.



Für Ihre Unterstützung bedankt sich im Voraus

Dr. Günter Kolende. Potsdam, 26.01.2011


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Aus der Arbeit des Landesverbandes Brandenburg

(Zuarbeit für die Ausgabe geschichte für heute H. 2 / 2011)

Erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Landesverband der DVPB

Im Oktober 2009 verabredeten beide Verbände die Zusammenarbeit zu Fragen der Fortbildung und zu gemeinsamen inhaltlichen Aspekten. Das Resümee für 2010

ist positiv. Im Heft 3/2010 von geschichte für heute wurde auf eine gemeinsam durchgeführte Lehrerfortbildung bereits eingegangen. An der unten genannten Veranstaltung vom 02. November 2010 nahmen auch zahlreiche Fachlehrer für Politische Bildung teil, was u. a. auf eine gelungene verbandsübergreifende Informations- und Werbetätigkeit zurückzuführen ist. Der Landesverband warb gleichfalls für eine im Landesverband der DVPB zur Tradition gewordenden Lehrerfortbildung im Brandenburgischen Landtag am 15.11.2010.

Beide Verbände sind sich seit vielen Jahren darüber einig, dass die Fächer Geschichte und Politische Bildung in der Stundentafel der Sekundarstufe I und in der curricularen Ausgestaltung im Bereich der Gesellschaftswissenschaft einen größeren Stellenwert erhalten müssen. So nahmen auch Vorstandsmitglieder beider Verbände bisher zweimal an den vom LISUM angebotenen Werkstattgesprächen über die veränderten RLP Sekundarstufe I Geschichte und Politische Bildung teil und nutzten diese Möglichkeit auf die seit Jahren bestehenden Probleme im gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld aufmerksam zu machen. Da beide Vorstände vom Nutzen dieser koordinierten Arbeits- und Herangehensweise überzeugt sind, werden auch für 2011 und darüber hinaus Absprachen stattfinden, die einer verstärkten Qualifizierung und Information der Fachlehrkräfte von Nutzen sein werden.

Lehrer als Zeitzeuge im Geschichtsunterricht – ein Erfahrungsaustausch

Passend zum 20-jährigen Jubiläum des Landesverbandes Brandenburg fand am 02. November 2010 eine gemeinsam mit dem LISUM und mit Frau Ulrike Poppe, Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, vorbereitete und gestaltete Lehrerfortbildung zum Thema „Lehrerinnen und Lehrer als Zeitzeugen – Chancen, Probleme und Herausforderungen“ statt. Die große Nachfrage durch die brandenburgischen Lehrerschaft und die dann nicht unbedeutende Teilnahme von ca. 50 Fachlehrkräften an dieser Veranstaltung aus dem Bereich Geschichte und Politische Bildung waren für die Verantwortlichen und Kooperationspartner aus dem LISUM, Herrn Dr. Hamann und Herrn Angerer, und vom Landesverband des VGD, Herrn Dr. Kolende, ein Beleg dafür, dass gerade mit diesem Fortbildungsthema das in den Schulen Brandenburgs bei den Fachlehrern Geschichte weit verbreitete Bedürfnis angesprochen wurde, wie auch eine VGD-Umfrage bei den Fachkommissionen im letzten Jahr gezeigt hat, in einen Erfahrungsaustausch über die aktuellen Probleme der DDR-Geschichte im Unterricht zu treten.

Der Landesverband hat gerade in dieser Dekade immer wieder auf der Grundlage verbandseigener Befragungen und Veröffentlichen auf die Forderungen der Fachlehrkräfte Geschichte, die verbesserte Bedingungen für den Unterricht in Klasse 9 und 10 und einen regelmäßigen Austausch über fachdidaktische Fragen und Anliegen eines zeitgemäßen Unterrichts zur deutsch-deutschen Geschichte einforderten, mit vielfältigen Angeboten reagiert. In den letzten beiden Jahren konnte durch die erfolgreiche Zusammenarbeit mit der Deutschen Vereinigung für politische Bildung eine Erweiterung solcher Fortbildungsangebote erreicht werden, da es beiden Verbänden schon seit langem gleichermaßen um eine Verbesserung der historisch-politischen Bildung im Land Brandenburg geht.

Was aber unterschied diese Veranstaltung in den durch die Leiterin der Landeszentrale für politische Bildung dankenswerterweise zur Verfügung gestellten Räumlichkeiten mit hervorragenden Konferenzbedingungen von bisherigen Fortbildungen zu anlogen Themenschwerpunkt der vergangenen Jahre?

Das Konzept der Veranstalter, die Teilnehmer einerseits über die aktuelle Debatte zur DDR-Geschichtsschreibung und zu aktuellen Problemen in der politisch-historischen Vermittlung zu informieren und andererseits ein Dialog zur Rolle der Lehrer in diesem Prozess zu führen, ging auf, wie es im Verlaufe der Tagung in den Redebeiträgen zum Ausdruck kam bzw. sich in der aktiven Mitwirkung vieler Teilnehmer dann zeigte. Die von Frau Dr. Weyrauch, Leiterin der Brandenburgischen Landeszentrale für politische Bildung, und von Herrn Dr. Classen vom Zentrum für zeithistorische Forschung Potsdam gehaltenen Vorträge zu den Themen „Zur politisch-historischen Bildung – konzeptionelle Facetten einer Kernaufgabe der politischen Bildung“ bzw. „Kontroversen um die DDR in der Zeitgeschichtsforschung“ stießen auf ein sehr aufmerksames und dankbares Publikum, denn sie erfüllten die Erwartungen, wie im abschließenden Resümee durch etliche Teilnehmer bestätigt wurde. Des Weiteren beförderte das Auftreten von zwei kompetenten und engagierten Fachberatern zum Thema „Deutsch-deutsche Geschichte an den Schulen Brandenburgs – Berater/-innen berichten über ihre Erfahrungen“ die aktive Dialogbereitschaft und Diskussionsfreude bei den Teilnehmern; beiden Lehrkräften, Frau Inge Heimlich (Fachberaterin für Geschichte und Lehrerin für Geschichte und Deutsch am Gymnasium in Seelow) und Herrn Jürgen Theil (Fachberater für Geschichte und Lehrer für Sport und Geschichte am Scherpf-Gymnasium in Prenzlau) gilt der besondere Dank der Veranstalter. Es war sehr informativ und beeindruckend, wie sie sich als ehemalige Lehrer von Schulen der DDR mit den durch das Bundesland Brandenburg neu konzipierten Bildungsinhalten nach 1989 auseinandersetzen, dabei ihre Rolle als Fachlehrer Geschichte in den letzten zwanzig Jahren selbstkritisch reflektierten, offen über gute und weniger gut Erfahrungen mit der heutigen Bildungspolitik und deren Umsetzungsmöglichkeiten an den brandenburgischen Schulen sprachen und auf ihr nicht immer leichtes eigenes Nach- und Umdenken in diesen Jahren zurückschauten.

Der „offene Dialog“, der zum Credo dieser Veranstaltung geworden war, prägte bereits die Tagungsatmosphäre, als Herr Dr. Hofmann, Direktor des Landesinstituts für Schule und Medien, als Moderator die Teilnehmer aufforderte, mit Frau Ulrike Poppe ins Gespräch zum Thema „Die DDR im Unterricht – zur Vermittlung von Herrschaftsstrukturen und Lebenswirklichkeit“ zu kommen. Frau Poppe gab den Teilnehmern einen Einblick in ihre umfangreiche Arbeit, sprach über ihre Begegnungen mit Lehrern und Schülern in den Schulen Brandenburgs, erklärte, was sie unter Zeitzeugenschaft versteht und betonte, dass ein Lehrer, der schon im DDR-Bildungssystem tätig war, sehr wohl seine Erfahrungen in selbstkritischer Reflexion, wie es Minister Rupprecht in der jüngsten Vergangenheit getan hat, weitergeben sollte. Es ist die Aufgabe eines Lehrers, den Schülern deutlich zu machen, dass man mit menschrechtswidrigen Methoden, wie sie in der DDR praktiziert wurden, keine menschengerechte Gesellschaft gestalten kann. Die sich daran anschließend lebhaft geführte Diskussion entwickelte sich zu einem Expertengespräch, wie Herr Dr. Hofmann diesen Vorgang bezeichnete, denn es wurden einige wichtige Vorschläge und Erfahrungen von den anwesenden fach- und sachkundigen Lehrerinnen und Lehrern dargelegt, so z. B. auch, dass bei der Vermittlung von DDR-Herrschaftsstruktur und -Lebenswirklichkeit die Schüler- und die Elternperspektive berücksichtigt werden sollten.

Einige Teilnehmer betonten, dass solche Jubiläen, die sich aus den Ereignissen der deutsch-deutschen Entwicklung vor 20 Jahren ergaben, wichtige Eckpunkte zur Bewertung zurückliegender Zeiträume und des eigenen Tuns sind. Deutlich wurde dabei, dass das Herangehen an gesellschaftlichen Problemstellungen heute mit größerer Souveränität und Differenziertheit erfolgt, als das noch vor zehn oder mehreren Jahren der Fall war. Unbestritten hat der Prozess der Auseinandersetzung mit der eigenen Geschichte durch diese Veranstaltung neue Impulse bekommen. Seitens der Veranstalter wurden die verschiedenen Vorschläge aufgegriffen, um in den nächsten Jahren den hier begonnenen Dialog nicht abbrechen zu lassen.

Dr. Günter Kolende Potsdam

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VGD-Online-Info des Landesvorsitzenden - Nr. 1 (Januar 2011)

Liebe Verbandsmitglieder,


nach Ihrem erfolgreichen Abschluss des ersten Schulhalbjahres wünsche ich Ihnen eine erholsame Winterferienwoche.


Auf einige wichtige Angelegenheiten möchte ich Sie ganz knapp aufmerksam machen:


. Beachten Sie bitte, dass ab Januar 2011 die neue Beitragsordnung, wie wir Sie im Oktober

2009 beschlossen haben (siehe auch geschichte für heute Heft 4 / 2010), gilt. Zur

Erinnerung: Es sind jetzt 24 € pro Jahr von jedem Mitglied zu entrichten.

. Ich möchte Sie über ein Fortbildungsangebot informieren, das sich auch an Geschichtslehrer

richtet. Es handelt sich um die Veranstaltung "Zwischen Konfirmation und Jugendweihe --

Schülerorientierte Angebote für den Religions-, Geschichts- und Politikunterricht" am

16.2.2011 in Berlin. (siehe beiliegende Einladung.)

Sie richtet sich insbesondere an Lehrerinnen und Lehrer für Religion, Geschichte, politische Bildung und LER. Veranstalter sind die Aufarbeitungsbeauftragte des Landes Brandenburg, Frau Ulrike Poppe, das Amt für kirchliche Dienste und der Berliner Landesbeauftragte für die Unterlagen des MfS. In der Fortbildung sollen praktische Anregungen für den Unterricht gegeben werden. Sie wurde vom MBJS als Ergänzungsangebot zur staatlichen Lehrerfortbildung anerkannt.

Info: Ausstellung bei der LAkD ab 18. Januar 2011

Die Ausstellung "Von Sprachlosigkeit befreien" befindet sich in den Räumen der Beauftragten des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur (LAkD) Hegelallee 3, 14467 Potsdam. Bis zum 15. April 2011 kann sie von Dienstag bis Donnerstag in der Zeit von 14:00 bis 18:00 Uhr besichtigt werden. Wenn Sie eine Führung wünschen bzw. einen Gruppenbesuch planen, bitten wir um vorherige Terminabsprache unter 0331/237292-0; E-Mail: aufarbeitung@lakd.brandenburg.de; www.aufarbeitung.brandenburg.de.

. Im Anhang finden Sie ein Rundschreiben, das alle Verbandsmitglieder zur Mitarbeit aufruft.

Bitte unterstützen Sie den Vorstand bei diesem Vorhaben, sodass wir in der Enquete- Kommission des Landtages mit handfesten Argumenten auftreten können.


Ein erfolgreiches zweites Halbjahr nach den Winterferien

wünscht Ihnen Dr. Günter Kolende


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Landesverband Brandenburg

Der Vorsitzende

Dr. Günter Kolende

Mendelssohn-Bartholdy-Str.27

14480 Potsdam

Tel.: 0331 / 600 81 98;

E-Mail: Genomako@aol.com

Aus der Arbeit des Landesverbandes Brandenburg

(Zuarbeit für die Ausgabe geschichte für heute H. 4 / 2010)

Vorstandsaktivitäten

Noch vor Ende des Schuljahres 2009/10 hat sich der Landesvorstand mit einem Schreiben an die Fachkonferenzen Geschichte der brandenburgischen Schulen mit dem Ziel gewandt, die Kommunikation zwischen dem Verband und den Lehrkräften dieses Faches zu vertiefen. Angesichts der permanenten Probleme in diesem Fach, die sich durch ein defizitäres Geschichtswissen gerade bei den Schulabgängern widerspiegeln, halten wir es für erforderlich, den Erfahrungsaustausch zu intensivieren, gemeinsam Maßnahmen zu initiieren und entsprechende Fortbildungen zu verabreden.

Änderung der Beitragsordnung

In der Mitgliederversammlung am 15.10.2009 wurde die Notwendigkeit hervorgehoben,

abgestuft eine geringfügige Beitragserhöhung vorzunehmen.

Auf seiner Sitzung am 09.03.2010 beschloss der Vorstand auf der Grundlage der Mitgliederbefragung von Januar – März d. J. zur künftigen Beitragshöhe folgende Änderungen der Beitragsordnung:

Ab dem 01.01.2011 beträgt der Beitrag für eine Mitgliedschaft im Landesverband Brandenburg 24 €, für eine Probemitgliedschaft von einem Jahr 10,00 €; danach entrichtet das Mitglied den vollen Beitrag. Der Beitrag für Referendare beträgt jährlich 10,00 € und der Beitrag für Studenten beträgt jährlich 5,00 €.

Lehrerfortbildung konkret

Am 26. Mai d. J. erhielten der Landesvorsitzende und Frau Mai die Gelegenheit, ein längeres Gespräch mit Frau Ulrike Poppe, Beauftragte des Landes Brandenburg zur Aufarbeitung der Folgen der kommunistischen Diktatur, zu führen. Erfreulicherweise gab sie ihre Zusage zu einem Gespräch mit Lehrkräften des gesellschaftlichen Bereiches zu zeitgeschichtliche bzw. DDR-geschichtliche Fragen und Probleme im Unterricht.

Diese Fortbildung, die in Zusammenarbeit mit dem LISUM vorbereitet wird, findet am 02. November 2010 statt (Termin vormerken!). Der Landesvorstand bittet alle Mitglieder, sich mit Ideen, Anfragen und Hinweisen an der Vorbereitung dieser Veranstaltung zu beteiligen, denn in diesem Rahmen soll auch an das 20-jährige Bestehen des Landesverbandes Brandenburg erinnert werden.

Hinweise für den Geschichtslehrer

> ZeitWERK ist eine Beratungsstelle für lokale Jugendgeschichtsarbeit beim Landesjugendring Brandenburg e. V. und hat seinen Sitz in der Breiten Straße 7a, 14467 Potsdam. Ansprechpartnerin ist Frau Sandra Brenner. Informationen für „lokal-historische Projektarbeit im Feld der außerschulischen historisch-politischen Jugendbildung“ erhält man unter der E-Mail-Adresse: sandra.brenner@ljr-brandenburg.de und www.heimat.ljr-brandenburg.de.

> Zeitpfeil >> ist ein Netzwerk für politische und (inter)kulturelle Bildung und „steht für kritisches Nachdenken und Handeln mit Bezug zu Geschichte, Gegenwart und Zukunft. Thematische Schwerpunkte sind: Geschichte im Dialog; Demokratie lernen und (Inter)kultureller Dialog. Zeitpfeil – Studienwerk Berlin/Brandenburg im Politischen Arbeitskreis Schulen e. V. hat seinen Sitz in der Lindenstraße 34, 14467 Potsdam und ist unter der E-Mail-Adresse zu finden: buero@zeitpfeil.org und www.zeitpfeil.org.


Dr. Günter Kolende Potsdam


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Bilanz im Überblick

zur Arbeit des Landesverbandes Brandenburg von 2006 - 2009


Die Arbeit des Landesverbandes ist seit der letzten Vorstandswahl am 14.09.2006 in den Ausgaben 73 / 2007 - 75 / 2008 der Verbandszeitschrift „Informationen für den

Geschichts- und Gemeinschaftskundelehrer“ und in den Ausgaben 4 / 2008 - 4 / 2009 von „geschichte für heute - zeitschrift für historisch-politische bildung“ dokumentiert.

Dennoch soll dieser Überblick ausgehend von unseren satzungsgebundenen Aufgaben auf alle Hauptaktivitäten lenken, als Diskussionsgrundlage in der Mitgliederversammlung dienen und zu einem

Fazit führen.

        1. Zum Engagement für einen lebensbezogenen, fachwissenschaftlichen und didaktisch modernen Geschichtsunterricht - Aktivitäten für die Stärkung

          des Geschichtsunterrichts im gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld:

° Mai 2008: Briefe an das MBJS und LISUM mit Kritik zur Verfahrensweise bei der

Entwicklung eines neuen RLP Sek. I sowie mit einer vom Landesvorsitzenden erarbeiteten

Stellungnahme zu didaktisch nicht zu vertretenden inhaltlichen Aspekten

° seit Okt. 2008: verbandsinterne Fachdiskussion zum Thema „ DDR-Geschichte im Unterricht“; leider noch zu wenige Antworten an der Vorstand

° 10.02.2009: Erfahrungsaustausch des Landesvorsitzenden mit Fachberatern Geschichte für Sek. I und II am LISUM

° Gespräche über eine inhaltliche und organisatorische Zusammenarbeit zwischen dem VGD,LV Brandenburg und mit Referenten des gesellschaftswissenschaftlichen Bereichs im LISUM

Frau Dr. V. Tomaszek, Herr Dr. Chr. Hamann und Herr B. Angerer

° Informationen über die neuesten Handreichungen und didaktischen Materialien das LISUM in „gfh“

° August/Sept. 2009: Stellungnahme des Landesverbandes zur neuen GOST-Reform

° Heft 1 / 2009 „gfh“: Beitrag von G. Hübler „Erinnerung an das Wendejahr 1989“


II. Qualifikationsmaßnahmen und Fortbildungen in Kooperation mit anderen

Bildungsträgern:

° Sept./Nov. 2006; April 2007: Fortbildungen im DHM Berlin (ca. 140 Teilnehmer)

° 20./21. Sept. 2007: Fortb. auf der Bischofsburg Ziesar: „850 Jahre Brandenburg“ (Kooperation mit d. LISUM)

° 25. Okt.2007 Fortb. für Grundschullehrer im DHM Berlin (Kooperation mit d. LISUM)

° 20.10.-24.10.2008: Seminarreise der Jugendoffiziere von Strausberg nach München und Wien zum Thema „Vernetzte Sicherheit“ (Teilnahme von 3 Mitgliedern das Landesverbandes)

° 11.06.2009: Fortb. für Grundschullehrer im Bodemuseum Berlin


Netzwerk und Pflege lange bestehender Kontakte:

Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte Potsdam; Potsdam-Museum; DHM; Bodemuseum (seit 2009); Bischofsburg Ziesar; LISUM; Jugendoffiziere Strausberg; BLHA in Potsdam


Geplante, aber nicht verwirklichte Aktivitäten sowie ruhende Kontakte:

Museum „30-jähriger Krieg“ Wittstock; Landesjugendring Brandenburg e.V.; Stiftung Genshagen; Gedenkstätte im Gefängnis zweier Diktaturen in Potsdam, Lindenstraße 54; Fortb. mit Karl Vogel

zum Thema „Legenden, Lügen und Fälschungen in der Geschichte“; Schulmuseum Reckahn;


III. Vorstands- und Informationsarbeit, Mitgliederkontakte

Vorstandsarbeit:

° Sitzungstermine: 21.09.06 (HT Konstanz); 21.04.07 (Berlin, Hackesche Höfe, mit Frau Mächler); 10.11.07 (Berlin, Hbf.); 26.04.08 Berlin, Café Buchwald, mit Frau Mächler); 01.10.08 (HT Dresden); 06.06.09 (Berlin, Café Buchwald, mit Frau Mächler)

° Veränderungen in der Vorstandstätigkeit: Jan. 2008 Übergabeprozedere der Unterlagen der Schatzmeisterin von S. Mai an G. Hübler erfolgreich abgeschlossen;

Dr. Th. Willich seit der Sitzung vom 10.11.2007 kooptiertes Mitglied des Vorstandes

° besondere Aktivitäten:

- Betreuung von zwei osteuropäischen Gastlehrern

13.09.-26.09.2007 Frau Dr. Aleksandra Trzcielinska-Polus (Opole);

02.06.-14.06.2008 Herr Jan Konvicka (Ostrava)

° Mitgliederbewegung:

seit Sept. 2006 Abgänge: Zugänge: 7

° Homepage

seit August 2006 eingerichtet und betreut durch Herrn Schmitz (LV Berlin); seit August 2008 betreut durch Herrn Dahm aus Wittenberge (Mitglied des LV Brandenburg)

° Mitgliederinformationen (Mitteilungen, Rundschreiben u. a.):

Neben den nun vier Mal im Jahr erscheinenden Bericht des Landesverbandes in „gfh“: regelmäßige Kurzmitteilungen an Vorstandsmitglieder; „Neujahrsbrief“; Vorabinformationen

zu den Berichten in „gfh“; Mitgliederbefragungen; Veranstaltungsinfos.; fachdidaktische Veröffentlichungen; Online-Infos usw.

° Werbeaktivitäten:

- seit Okt. 2008 Werbeflyer des Landesverbandes (redaktionelle Vorbereitung: H. Franek u. Dr. G. Kolende; kostenloser Druck: WOCHENSCHAUVERLAG)

- Informationsseite über den Landesverband in der Zeitschrift der Fachschaft Geschichte an der Uni Potsdam (Ausgabe 36 / 2009, S. 23: „Der Landesverband Brandenburg stellt sich

vor“)

° „geschichte für heute“

seit Sept. 2008 jedes Verbandsmitglied im Direktbezug vom WOCHENSCHAUVERLAG mit finanz. Vorteil für 4 Ausgaben jährlich für 9.35 € ( im Vergleich zu Einzelbezug ohne

Mitgliedschaft: 14 € oder Jahresabopreis 44,80 €)


Stand: 20.09.2009


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